| JAHRESURLAUB IM KINO |
| Fußball - Kultur |
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Über 40 Filme in fünf Tagen. Alle rund um die schönste Nebensache der Welt: dem Fußball. Für die Veranstalter war die siebente Auflage des 11mm-Fußballfilmfestivals im Babylon-Kino ein voller Erfolg. Insgesamt 3.300 Interessierte kamen zu den Filmen. „Das sind 900 mehr, als im letzten Jahr“, freut sich Programmdirektor Birger Schmidt. Das Festival erfreut sich wachsender Beliebtheit. „Es gibt sogar Leute, die fragen, wann es stattfindet, damit sie ihren Jahresurlaub im Babylon verbringen können“, schmunzelt Schmidt. Auch mancher Prominente fand den Weg zum Kino am Rosa-Luxemburg-Platz: wie der Hertha-Profi Florian Kringe, die Ex-Profis Pablo Thiam und Jimmy Hartwig, Torwartlegende Ronny Hellström, der Afrika-erprobte Trainer Otto Pfister oder der Schauspieler Rufus Beck. Die Filmbeiträge kamen aus der ganzen Welt. Mussten in der Vergangenheit die Veranstalter mühsam die Filme zusammensuchen, kann sich die Leitung mittlerweile nach Aufrufen in zahllosen Fußballmagazinen weltweit vor Einsendungen kaum retten. 150 waren es dieses Jahr. Abgeräumt haben aber vornehmlich deutsche Filme. Zum ersten Mal in der Festivalgeschichte gab es zwei Sieger – beide punktgleich. „Hoffenheim – Das Leben ist kein Heimspiel“ und „Eisern vereint“, ein Film über den 1.FC Union Berlin, der Fans und Verantwortliche beim Umbau der Alten Försterei begleitete, waren die Gewinner (s. Foto). Auch bei den „Shortkicks“, einer Kurzfilmgala, die den Abschluss des Festivals bildete, gewann mit „Des Königs Fußball jüngster Trabant“ ein deutscher Beitrag.
Schwerpunkt des Festivals bildete aber eigentlich Afrika. Dieses begann mit einem „Experiment“ eines afrikanischen Films in französischer Sprache mit englischem Untertitel. „Wir wollten hinsichtlich der Weltmeisterschaft ein wenig Neugierde wecken“, sagt Schmidt. Neben den Themenabenden „Israel“, „1. FC Union“ und „Hertha BSC“ war der Rest des Programms bunt gemischt. Komödien, Dokumentationen, Kinderfilme – ein breites Spektrum. Auch Diskussionsrunden wurden geführt. Der gerade erst mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Beitrag „Tabubruch – Der neue Weg von Homosexualität im Fußball“ weckte großes Interesse. „Es war die beste Veranstaltung, die ich zu diesem Thema bisher erlebt habe“, glaubt Schmidt, der zudem in dem Stummfilm von 1927 „König der Mittelstürmer“ ein weiteres Highlight präsentierte.
Dennoch ist der familiäre Charakter der Veranstaltung nach wie vor geblieben. „Unsere großen Sitzungen machen wir immer bei jemandem zuhause und anschließend gehen wir alle gemeinsam Essen“, beschreibt Schmidt die Planung des Festivals, welches ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis organisiert und durchgeführt wird. „Am Ende versuchen wir bei plus minus null aus der Sache herauszukommen, verdienen tun wir damit nichts.“ Nach der erstmalig anstehenden Deutschlandtour an sieben Standorten sowie eines Abstechers zu einem Filmfestival in Brasilien, wo die Gewinnerfilme gezeigt werden sollen, wird es auch im nächsten Jahr wieder ein 11mm-Festival in Berlin geben. Parallel zur Hauptveranstaltung wolle man dann den Kinder- und Jugendfilm noch stärker präsentieren. Mit der Frauen-WM rückt ebenfalls ein neuer Schwerpunkt in den Fokus. Birger Schmidt freut sich schon: „Man glaubt gar nicht, wie viele Frauenfußballfilme es gibt.“ Text / Foto: Nicolas Sowa und Sebastian Finis |


Nach fünf Tagen endet im Babylon-Kino das Fußballfilmfestival 11mm. Es erfreut sich wachsender Beliebtheit. Große Gewinner waren vornehmlich deutsche Beiträge
„Organisatorisch und was das Rahmenprogramm angeht, sind wir an einem Punkt angelangt, wo einfach nicht mehr geht“, berichtet Schmidt. „Es ist alles drin, was so ein Festival braucht.“ Als vor sieben Jahren alles anfing, sei man noch belächelt worden, beschreibt der Programmdirektor die Entwicklung des Festivals. 2009 habe man dann den Durchbruch geschafft, indem auch zunehmend Medieninteresse aufgekommen sei. In diesem Jahr schließlich, sei die DFB-Kulturstifung, die das Festival präsentiert, als i-Tüpfelchen hinzugekommen.